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Zittauer und Görlitzer bilden Arbeitsgemeinschaft
Zittauer und Görlitzer bilden Arbeitsgemeinschaft  (Sächsische Zeitung)
Noch ist nichts zu erkennen. Aber die Vorbereitungen für das neue Landratsamt in Görlitz laufen bereits auf Hochtouren. Seit einigen Wochen tüftelt das „Architekten- und Ingenieurbüro für Hoch- und Tiefbau Zittau“ (AIZ) zusammen mit dem Architekturbüro „Nitzsche und Nowak Bauforscher und Architekten Görlitz“ an Lösungen für den Sitz der Kreisverwaltung am Bahnhof Görlitz. Beide Büros hatten sich als Arbeitsgemeinschaft an der europaweiten Ausschreibung beteiligt und sich gegen 76 zum Teil sehr namhafte Bewerber durchgesetzt.
Ungleiche Partner Die beiden Büros sind in vielerlei Hinsicht ein Paar der Gegensätze. AIZ in Zittau ist das größte Planungsbüro der Region. 20 Mitarbeiter hat die Firma. Sie ist sowohl für Tiefbau als auch für Hochbau zuständig und ist spezialisiert auf Neubauten. Das Büro Nitzsche und Nowak aus Görlitz zählt nur fünf Mitarbeiter und ist auf Bauforschung und Restaurierung von Denkmälern spezialisiert.
Prominente Projekte Das Büro AIZ hat in Zittau unter anderem das Stadtbad, die neue Sporthalle am Ottokarplatz und den Bahnhofsvorplatz verwirklicht. Zurzeit arbeitet das Team von Fred Milke an der Modernisierung der Schlieben-Schule in Zittau. Nitzsche und Nowak haben mit dem Biblischen Haus und dem Schönhof zwei der bedeutendsten Baudenkmäler in Görlitz renoviert. Im Biblischen Haus ist heute die Denkmalbehörde untergebracht, der Schönhof aus dem Jahr 1516 beherbergt das Schlesische Museum. Außerdem hat das Büro das Barockschloss Rammenau restauriert.
Chance & Herausforderung  Mit einem Volumen von insgesamt 13,7 Millionen Euro ist der Bau des neuen Landratsamtes in Görlitz das bislang größte Projekt für die Planer. Eine Besonderheit wird die Kombination aus zwei ehemaligen Hotels aus der Zeit um 1900, einem ehemaligen Handelshof („Packhof“) aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und einem Neubau, der zwischen den Hotels und dem Packhof entstehen soll. Da der Packhof für den Denkmalschutz ein viel interessanterer Bau ist, als es bislang schien, sieht Frank Ernest Nitzsche die größte Herausforderung darin, hierfür eine Lösung zu finden.
Offene fragen  Bevor die Arbeitsgemeinschaft AIZ mit Nitzsche und Nowak in die Detailplanung gehen kann, steht vor allem eine grundsätzliche Entscheidung an: Wie viele Arbeitsplätze soll das neue Landratsamt beherbergen? Das hängt unter anderem davon ab, ob ein Teil der Kreisverwaltung in der Außenstelle in der Görlitzer Südstadt bleibt. Offen ist auch noch, ob jeder Mitarbeiter einen festen Platz erhält – oder ob es Großraumbüros gibt, in denen sich Mitarbeiter Plätze teilen. Diese Entscheidungen sollen spätestens im April feststehen, sagt Dieter Peschel von der Kreisverwaltung. Die Zahl der Arbeitsplätze ist entscheidend für den Neubau. In den vorhandenen Häusern haben 240 Mitarbeiter Platz.
Zeitplan
Bereits im März 2009 soll die Entkernung der Gebäude beginnen. „Die Bürger sollen so schnell wie möglich mitbekommen, dass hier etwas entsteht“, sagt Amtsleiter Peschel. Der eigentliche Baubeginn ist für Juni 2010 vorgesehen. Im November 2011 soll das neue Landratsamt fertig sein.

Kommentar: Gemeinsam zum Erfolg   Frank Seibel

über die Planer für das neue Landratsamt
Auf den ersten Blick wirkt es wie eine Selbstverständlichkeit: Das größte Bauprojekt des neuen Landkreises wird von Ingenieuren aus der Region geplant und soll von Firmen aus der Region verwirklicht werden. Und doch ist das eine ziemliche Überraschung.
Die Überraschung haben die Planer aus Zittau und Görlitz möglich gemacht, indem sie über den Tellerrand geschaut haben und vielleicht sogar über ihren Schatten gesprungen sind. Statt argwöhnisch auf die Konkurrenz zu schielen, haben die Architekten sich auf die Suche nach starken Partnern in der Region gemacht. Denn klar war: Ein Büro allein würde das neue Landratsamt nicht bewältigen.
Zumindest in der Bewerbungsphase haben die Planer aus Zittau und Görlitz bewiesen, dass sie gemeinsam mit der ersten Garde in Deutschland mithalten können. Nun dürfen wir gespannt sein auf das Ergebnis. In drei Jahren sehen wir es.